Das Skyline Projekt beabsichtigte den Wechsel des Millenniums ins 21. Jahrhundert mit einem groß angelegten künstlerischen Lichtprojekt zu begleiten. Die Illumination der Frankfurter Skyline soll der Festlichkeit des Anlasses Ausdruck geben.
Licht ist in allen Kulturkreisen mit Leben und Glück verbunden. In den Religionen ist die Anwesenheit von Licht ein Zeichen für die Anwesenheit des Göttlichen. In der Philosophie steht Licht für Erkenntnis und die freudige Erwartung der Zukunft. Jedes Jahr heißen die Menschen zu Silvester durch Lichtraketen das Neue willkommen und verjagen das Alte.
Dem Besucher erschließt sich die Illumination der Skyline als kollektives Erlebnis. Der ausgewiesene Lichtparcours bietet auch ortsunkundigen Besuchern eine Anzahl von Standpunkten um den "Locus amoenus" zu betrachten. Wer lieber allein genießt, hat die Möglichkeit zur individuellen Kontemplation an zahlreichen Aussichtsstellen innerhalb und außerhalb der Stadt. Selbst aus dem Flugzeug wird die Poetisierung der Architektur durch das Licht wahrzunehmen sein.
Das Skyline Projekt ist eine Metapher, welche die Zuversicht für das beginnende Millennium symbolisieren soll. Die Besucher selbst werden zu Bestandteilen der Inszenierung: In dem sie durch die Straßen gehen, werfen sie farbige Schatten und sind auf diese Weise Bestandteile einer ständig wechselnden Inszenierung. Durch die Illumination wird das räumliche Erleben der Stadt verändert: Der Raum öffnet sich, die Wahrnehmung und Stimmung wird angeregt. Eine neue Dimension als Standpunkt des Betrachters wird wie bei Barnett Newman oder Caspar David Friedrich erfahrbar.
Das Skyline Projekt besteht aus ungefähr 29 Einzelwerken, die das Thema Licht variieren. Künstlerinnen und Künstler, deren Medium das Licht ist, gestalten jeweils Einzelwerke, die durch das gemeinsame Thema miteinander verbunden sind. Auf diese Weise werden Bauwerke die tagsüber eine erratische Stellung haben durch das Licht nachts zum Gesamtwerk. Üblicherweise wird in der Hochhausarchitektur keine Rücksicht auf die architektonische Fassade der Nachbarschaft genommen. Jedes Bauwerk ist ein Solitär, das keinen Bezug auf die Umgebung und die menschliche Dimension nimmt. Die Architekten und die Auftraggeber möchten sich durch die Erscheinung abheben. Diese Architektur wiederspiegelt unsere heutige Gesellschaft. In früheren Stadtentwicklungen nahm man zum Beispiel an Plätzen in der Formensprache Bezug aufeinander. Rücksicht auf Gesellschaft, Nachbarschaft scheint nahezu ein Auslaufmodell zu sein. Die egozentrische Lebenshaltung sind in der modernen Gesellschaft fast die Norm. Menschen, die in den Bürotürmen der Stadt arbeiten werden als "human resources" bezeichnet. Sie werden als Biomasse der Wirtschaft bei Fusionen verkauft, entlassen, hin und her verschachert. Durch die Illumination der Skyline wird ein Versuch unternommen, nachts noch einmal ein Gesamtkunstwerk zu sein.
Nachts wird ein Innenstadtparcours den Besucher, gleichsam wie der Faden der Ariadne, von einem Kunstwerk zum nächsten führen. Betrachtet man die Inszenierung von den Standpunkten des Peripherieparcours, so bildet sie eine Gesamtheit. Die Gesamtheit ist das Symbol für Errungenschaften durch das Zusammenspiel von vielen Persönlichkeiten und Institutionen.
Eine Ausstellung mit Bildern, Fotos und Schrifttafeln begleitet die Illumination. Den Kunstinteressierten zeigt der zur Ausstellung erscheinende Katalog wissenschaftliche Aspekte des Projektes auf. Während der Ausstellung werden Vorträge und Führungen über die Kunst mit Licht stattfinden. Auch die Bedeutung des Lichts in Wissenschaft und Forschung wird thematisiert. Das Skyline Projekt ist in dieser Hinsicht zukunftsweisend für die Bedeutung des Lichts als Ausdrucksmedium und Energiespender für die Zukunft.
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